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zerstörtes Haus mit Menschen
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Taifun auf den Philippinen hinterlässt Trümmerfeld
Philippinen, 23. Dezember 2011

“Es war kurz vor Mitternacht, als meine Eltern mich aufweckten, weil Wasser im Haus war”, erzählt die 11-jährige Jamie aus Iligan auf den Philippinen. “Draußen schrien Leute um Hilfe. Das Wasser stieg so schnell, dass wir nichts von unseren Sachen retten konnten. Wir wussten nicht, wohin, also sind wir einfach rausgeschwommen. Draußen konnten wir uns an einem hohen Baum festhalten, aber die Flut war sehr stark und beinah hätten wir aufgegeben. Es war stockdunkel, wir konnten nichts um uns herum sehen. Wir hatten solche Angst! Um 4 Uhr morgens kam endlich jemand und hat uns gerettet. Wir sind natürlich froh, dass wir überlebt haben. Aber viele meiner Nachbarn sind umgekommen; das macht mich sehr traurig.”

Jamie, ihre Eltern und ihre Schwester haben in einer örtlichen Kirche Zuflucht gefunden. Aber viele andere sind nicht so gut versorgt. Die Sturzfluten, ausgelöst vom Taifun Washi am 16. Dezember, trafen viele völlig unerwartet, da es im nördlichen Teil der Insel Mindanao selten solche Überflutungen gibt. Eine halbe Million Menschen sind betroffen; bisher wurde von über tausend Toten berichtet, weitere tausend werden noch vermisst. Ganze Häuser wurden ins Meer gespült; die meisten der Überlebenden konnten keinerlei Besitz retten. Iligan und Cagayan de Oro, die am stärksten betroffenen Städte, sind Trümmerfelder aus Ruinen, Unrat und Schlamm; überall liegen Tierleichen herum, der Gestank ist entsetzlich. Die Evakuierungszentren sind stark überfüllt, sodass viele Menschen lieber auf der Straße hausen oder in ihren zerstörten Dörfern bleiben, um unter dem Schutt weiter nach Habseligkeiten zu suchen. Es besteht großer Mangel an sauberem Wasser, da einige Trinkwasserreservoirs zerstört sind; zudem werden Nahrung, Kleidung, Decken und Matratzen, Haushaltsgeräte und Schulmaterial benötigt.

Trotz der Vorweihnachtszeit mobilisiert sich bereits internationale Unterstützung. Aber die Filipinos warten nicht untätig auf Hilfe von außerhalb. “Es ist wirklich beeindruckend, wie die Menschen sich hier einsetzen”, berichtet Stephen Gualberto, verantwortlich für "NCM Philippines", Helping Hands' örtlichen Partner, nach einem ersten Besuch in den zerstörten Gebieten. “Die Menschen nutzen wirklich jedes Mittel, das sie finden können, um ihren Nachbarn zu helfen, und verlassen sich nicht einfach darauf, dass jemand anders kommt und hilft.” Schon kurz nach der Katastrophe wurden Essen, gebrauchte Kleidung und Medizin an betroffene Familien verteilt, besonders an solche, die nicht in Evakuierungszentren gehen möchten und daher keine Hilfe der Regierung erhalten. Einige Päckchen mit Hygieneartikeln, Decken, Matratzen und Haushaltsartikeln sind bereits auf dem Weg. Außerdem haben philippinische Kirchen Geld- und Sachspenden gesammelt und örtliche Kirchengemeinden sich als Notunterkünfte zur Verfügung gestellt. “In unserem Gebäude sind elf Familien untergekommen”, berichtet Rev. Chris Lagumbay, Pastor der Kirche des Nazareners in Iligan, in der auch Jamie und ihre Familie Zuflucht gefunden haben und die bei den Hilfsmaßnahmen mit "NCM Philippines" kooperiert. “Wir freuen uns, dass wir auf diese Weise helfen können. Seit der Flut hat die ganze Gemeinde daran teilgenommen, den Betroffenen erste Nothilfe zu bringen.”

Ein Team von "NCM Philippines" ist vor Ort, um die Lage einzuschätzen, Hilfsmaßnahmen zu planen und zu koordinieren und Kontakte mit anderen Hilfsorganisationen zu knüpfen. Zu ersten Maßnahmen gehören die weitere Verteilung von Hilfsgütern und sauberem Wasser, Hilfe bei der Säuberung der Dörfer und besonders auch Trauma-Seelsorge und psychische Beratung, denn um dieses dringende Bedürfnis kümmert sich bisher niemand. Auch zwei "child-friendly spaces" wurden bereits eingerichtet, in denen Kinder an einem sicheren Ort das Erlebte verarbeiten können. Langfristige Maßnahmen müssen mit der Regierung abgestimmt werden; geplant sind u.a. Wiederaufbau von Häusern und Schulungen für Katastrophenvorsorge und Risikominderung. Aber auch die Hilfe von außerhalb ist schon unterwegs. Ein Team von Helping Hands' Partner humedica machte sich am Tag vor Heiligabend auf die Reise, um vor Ort medizinische Hilfe zu leisten. “Wir sind sehr froh über das Team von humedica”, sagte Gualberto. “Wir sind sehr dankbar, dass Helping Hands geholfen hat, diese Verbindung zu knüpfen.”

Helping Hands will "NCM Philippines" dabei helfen, den Betroffenen kurzfristig und langfristig zur Seite zu stehen. Denn die eigenen Kräfte der Filipinos sind einfach überfordert. Sie können den Kindern und Eltern eine helfende Hand reichen! Überweisungen bitte mit Vermerk "Taifun Philippinen" auf das Konto von Helping Hands e.V. bei der KSK Gelnhausen, KTO 22394, BLZ 507 500 94. Oder spenden Sie bequem online: über das Online-Formular. Bitte wählen Sie unter "Meine Spende soll folgendem Projekt zugute kommen" die Option "Taifun Philippinen (2011)".

UPDATE (5 Januar 2012)

In den ersten zwei Wochen nach dem Taifun hat Helping Hands' örtlicher Partner die folgenden Hilfsmaßnahmen durchgeführt:
Frau schippt Schlamm aus Schule• Verteilung von Hilfsgütern an betroffene Familien und Einzelpersonen, inkl. 1000 Nothilfepakete in Gebieten, in denen aus kulturellen Gründen nur wenige Hilfsorganisationen arbeiten
• Mobile Arztpraxis mit medizinischem Team von humedica, das 1,5 Wochen die Helfer vor Ort unterstützte; u.a. medizinische Hilfe (per Hubschrauber) in Gebieten um Iligan, die durch überflutete Straßen noch von der Außenwelt abgeschnitten sind und bisher von keiner anderen Organisation erreicht wurden
• Aufräumarbeiten in Cagayan de Oro, z.B. Säuberung von Schulen
• Kinderprogramme, u.a. "child safe place" und 3-tägiges Programm für 100 Kinder zur Bewältigung von Trauma; weitere Programme sind geplant

Es besteht weiterhin großer Bedarf an sauberem Wasser (besonders Desinfektionstabletten) und weiterer medizinischer Hilfe, besonders in Zeltlagern und Evakuierungszentren; für längerfristige Wiederaufbauhilfe sind Bau von Häusern, Risikominderung und Kinderzentren bzw. ganzheitliche Entwicklung für Kinder in neubesiedelten Gebieten geplant.